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19. Juli 2026

Stockwerkeigentum kaufen: Was Käufer vor dem Notartermin wissen müssen

Ratgeber für Immobilieneigentümer und Käufer in der Schweiz – Immobilienberatung in Zürich und Zug

Stockwerkeigentum ist in der Schweiz die häufigste Eigentumsform an Wohnungen. Die rechtliche Konstruktion kombiniert Alleineigentum an der eigenen Wohnung mit Miteigentum an gemeinschaftlichen Teilen — eine Mischung, die ohne saubere Kenntnis der zugrundeliegenden Dokumente zu späteren Überraschungen führen kann.

Reglement — das Grundgesetz der Stockwerkeigentümergemeinschaft

Das Stockwerkeigentumsreglement (oder Begründungsakt) regelt, was in welcher Wohnung Sonderrecht ist und was zur gemeinschaftlichen Substanz gehört. Es bestimmt die Anteilsverteilung, die Beschlussmehrheiten der Versammlung und die Pflichten der Eigentümer. Wer ein Stockwerkeigentum kauft, sollte das Reglement vor dem Notartermin sorgfältig studieren — insbesondere die Regelungen zu Vermietung, baulichen Veränderungen und Tierhaltung.

Erneuerungsfonds — der Liquiditätsspeicher der Gemeinschaft

Ein gut geführter Erneuerungsfonds deckt absehbare Sanierungen (Fassade, Dach, Heizung, Lift). Faustregel: 0,5 bis 1 Prozent des Gebäudeversicherungswertes pro Jahr. Käufer sollten den aktuellen Fondsstand, die Beitragshöhe und die in den letzten drei Jahren beschlossenen Sanierungsvorhaben prüfen. Ein leerer Erneuerungsfonds bei alter Bausubstanz ist ein klares Warnsignal.

Beschlussfähigkeit und Mehrheiten

Die Stockwerkeigentümerversammlung entscheidet über Sanierungen, Anpassungen am Reglement und Verwaltungsbeschlüsse. Die Mehrheiten variieren je nach Tragweite — eine reine Mehrheit reicht bei laufender Verwaltung, qualifizierte Mehrheiten oder Einstimmigkeit sind bei tiefgreifenden Eingriffen erforderlich.

Sonderrechtsabgrenzung

Was ist Sonderrecht, was Gemeinschaft? Fenster, Balkone, Wohnungstüren und Innenwände sind häufige Grauzonen. Wer einen Eingriff in seine Wohnung plant, sollte die Abgrenzung vor Vertragsunterzeichnung verstehen — sonst kann ein simpler Fenstertausch in eine Versammlung gehören.

Häufige Fallstricke

Erstens: Ein vermieten-Verbot oder Mindestmietzins im Reglement, das Investoren später überrascht. Zweitens: Anstehende Grosssanierungen, die im Erneuerungsfonds nicht ausreichend gedeckt sind. Drittens: Konflikte aus alten Protokollen, die der Verkäufer nicht offenlegt. Eine erfahrene Maklerbegleitung erkennt diese Themen frühzeitig.

FAQ

Eine Eigentumsform, die Alleineigentum an einer Wohnung mit Miteigentum an gemeinschaftlichen Bauteilen kombiniert.

Reglement, Erneuerungsfonds-Stand, Protokolle der letzten drei Versammlungen und absehbare Sanierungen.

In der Regel ja, sofern das Reglement Vermietung nicht ausschliesst.

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